KRYOFLEX II

KRYOFLEX
KRYOFLEX

Die Datenerfassung der meisten Einkristallproben erfolgt bei Temperaturen zwischen 100 und 200° Kelvin durch Baden des Kristalls in einem kalten Gasstrom. Für biologische Makromeleküle hat die Kryokristallographie den Strahlungsschaden an Proben durch die Reduzierung der Diffusion innerhalb des Kristalls drastisch gesenkt. Vollständige Datenbestände können oft an einer einzigen Probe bei niedrigen Temperaturen erfaßt werden, im Gegensatz zu dem frustrierenden Bedarf an vielen Kristallen bei Raumtemperatur und den daraus folgenden Fehlern der Skalierdaten aus zahlreichen Proben. Weiterhin können Kristalle im heimischen Labor gescreent und bis zum geeigneten Zeitpunkt der Datenerfassung im heimischen Labor oder an einem entfernten Synchrotron bei Tieftemperatur gelagert werden.

Für kleine Moleküle und biologische Makromoleküle sind Daten bei niedrigen Temperaturen im allgemeinen besser als bei Raumtemperatur, da die thermische Bewegung der Atome in den Kristallen reduziert ist. Die Probenhandhabung ist einfacher für luftempfindliche Vebindungen oder Kristalle, die Lösungsverluste erleiden, da sie durch den kalten Gasstrom geschützt sind und die Proben nicht in Kapillare eingesetzt werden müssen. Untergrundstreuung von den Kapillarwänden tritt nicht auf, was das Signal-Rausch-Verhältnis verbessert. Mit Cryoloops können sehr dünne Platten oder Fasern aus ihrer Schutzlösung genommen und vor Ort im kalten Gasstrom eingefroren werden.

Das Tieftemperaturgerät KRYOFLEX II ermöglicht kristallographische Studien bei kontrollierten Temperaturen durch Einhüllen der Kristallproben in Tieftemperatur-Stickstoffgas. Das Tieftemperaturgerät erfüllt die Anfoderungen an die Handhabung empfindlicher Proben und die Erfassung genauerer Strukturdaten.

Das Gerät bietet eine hochstabile Temperatursteuerung bei stark reduziertem Flüssigstickstoffverbrauch. Es kann bei Tieftemperaturen wochenlang ununterbrochen laufen, da der lokale 60 l Dewar automatisch nachgefüllt wird. Eisbildung an der Probe wird vermieden, indem der kalte Gasstrom mit Gas bei Raumtemperatur abgeschirmt wird.

Mit der 3000 mm langen, flexiblen, isolierten Edelstahltransferleitung kann es einfach an verschiedenen Instrumenten mit geschlossener Röhre oder Drehanodengenerator montiert werden.

Eine digitale Temperatursteuerung und die grafische Bedieneroberfläche vereinfachen die Einstellung oder Änderung der Probentemperatur.

Merkmale

  • Niedrigstmögliche Temperatur, jedoch mit reduziertem Flüssigstickstoffverbrauch durch Positionierung des kompakten Wärmetauschers neben der Probe, um einen Temperaturbereich zwischen 90° K und 300°K bei einem Flüssigstickstoffverbrauch von unter 0,5 l pro Stunde und niedrigster Gasdurchflußrate zu erzielen
  • Wochenlanger ununterbrochener Betrieb bei Tieftemperatur dank des über einen externen Stickstofftank automatisch nachfüllbaren lokalen 60 l Dewars
  • Abschirmung des kalten Gaststroms mit Trockengas bei Raumtemperatur, um Eisbildung an der Probe zu verhindern
  • Variable oder wiederholte Temperatur-Scans zur Untersuchung des Phasenübergangs und anderer physikalischer Phänomene
  • Flexible isolierte Edelstahlleitung zur Zuführung des flüssigen Stickstoffs zu einem Wärmetauscher
  • ± 0.1° K bei 100 K